Homeschooling

Tipps für das Home-Schooling (Home-Learning)

Die Schulschließungen stellen sowohl Lehrer, Eltern als auch die Schülerinnen und Schüler selbst vor große Herausforderungen. Viele haben diese Zeit frustrierend, anstrengend oder überfordernd empfunden. Sie birgt aber auch ungeahnte Chancen und Schätze. Mit diesen Tipps wollen wir dazu beitragen, dass das Lernen zu Hause mehr zu einer bereichernden, angenehmen und effizienten Zeit wird als zu einer Belastungsprobe.

Das Wichtigste zuallererst:

Der Alltag war vor den Schulschließungen vermutlich schon gut ausgefüllt und nun kommt noch mehr dazu. Diese Fülle genauso zu meistern wie vorher ist einfach nicht möglich und dies zu erwarten führt unweigerlich zu Frust und Spannungen innerhalb der Familie unter denen das Kind und alle anderen zusätzlich leiden. Homeschooling braucht Zeit – je nach Kind und Alter mehr oder weniger. Seien Sie nicht frustriert, wenn ihr Kind möglicherweise mehr Unterstützung braucht als sein bester Freund. Überlegen Sie stattdessen, wie Sie Freiräume schaffen können. Vielleicht können Sie mehr Unterstützung von Ihrem Umfeld bekommen? Oder Sie müssen eine Weile etwas „weglassen“ – vielleicht lassen Sie den Haushalt oder Garten schleifen, setzen eine ehrenamtliche Tätigkeit aus oder legen ein Hobby auf Eis. Sehen Sie diese Zeit als etwas Positives: Eine Investition in Ihr Kind!

Oft gibt es nicht nur ein zu betreuendes Kind, sondern eben auch die Geschwisterkinder. Wie kann ich den Tag so gestalten, dass alle Kinder sinnvoll beschäftigt sind und ich meine To-Do-Liste auch noch integriert bekomme?

Vielleicht können Sie für jüngere Geschwisterkinder eine „Schulzeit-Kiste“ anlegen, in der sich besondere Spielsachen befinden, mit denen es nur in der Lernzeit des großen Kindes spielen darf. Sie können sich auch kleine Aktivitäten überlegen, die das Geschwisterkind in der Zeit machen darf, in denen das Schulkind Sie braucht. Unter dem Punkt „Hilfreiche Materialien und Links“ finden Sie auch Ideen zu diesem Bereich.

Bei mehreren Schulkindern müssen Sie vor allem überlegen, bei welchen Aufgaben welches Kind Sie brauchen wird und wo die Kinder selbstständig arbeiten können. Entsprechend können Sie die Zeit einteilen in eigenständiges Arbeiten und unterstütztes Lernen.

Bei aller Planung vergessen Sie nicht: Kinder sind keinen Maschinen. Bleiben Sie flexibel und gelassen und schichten Sie im Notfall „einfach“ um!

Kinder müssen erst lernen sich zu organisieren. Feste Abläufe, Rituale (bspw. ein akustisches Signal, das den Beginn der Lernphase ankündigt) und Regeln geben Sicherheit und Halt. Etablieren Sie eine feste Struktur/feste Lernzeiten, die dem Rhythmus und Alter des Kindes entsprechen und vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Regeln für das Lernen zuhause. Eine Art „Tagesplan“ kann dabei helfen:
  • Im Plan einen Start- und einen Endpunkt setzen!
  • Genügend Pausen einplanen (umso jünger das Kind, umso häufiger Pausen einplanen)!
  • Lernzeit, kreative Spiel- und Bastelphasen, Bewegungselemente und freie Zeit sollten sich abwechseln.
Haben Sie Geduld, wenn die neue Tagesstruktur noch nicht reibungslos klappt. Vielleicht hilft für den Anfang auch ein Belohnungssystem, bis alles eingespielt ist. Ältere Kinder brauchen mehr Freiräume. Hier können Wochenpläne hilfreich sein, die das Wochenpensum vorgeben, aber nicht das genaue Tagespensum.

Damit das Lernen wirklich gut klappt, ist es wichtig, dass folgende Punkte beachtet werden:

  • Ein vorbereiteter Lernplatz (vollständiges und einsatzbereites Material, Wasserflasche, ausreichend Platz)
  • Während der Lernzeiten keine Störquellen am Arbeitsplatz (Handy am besten in einem anderen Raum, Musik aus, ggf. Lernkopfhörer (Noise-Cancelling-Kopfhörer) aufsetzen etc.)
  • Viel Tageslicht!
  • Für manche Kinder ist es motivierend, wenn sie es schaffen, eine Aufgabe zu erledigen, bevor die Sanduhr abläuft oder der Wecker klingelt.
  • Raum lassen für kreative Gestaltung der Lernprozesse (bspw. auch über spielerische Lernformen wie Quizze, Brettspiele, digitale Angebote etc.). Ermutigen Sie Ihr Kind auch selbst Vorschläge einzubringen!
  • Eine gute Durchblutung fördert den Lernprozess. Achten Sie daher auf genügend Bewegungsausgleich.
  • Keine Überforderung. Bleiben Sie gelassen, wenn mal nicht alles so klappt, wie im Wochenplan vorgesehen. Es muss nicht alles perfekt sein! Das Lernen soll nicht als Zwang und Drill empfunden werden.
  • Kontrollieren und regulieren Sie die Bildschirmzeiten. Schaffen Sie genügend analogen Ausgleich.
  • Schaffen Sie Möglichkeiten zur Selbstkontrolle – dadurch steigt der Lernerfolg. Wenn Sie korrigieren, dann tun Sie das am besten nicht mit einem roten Stift.

Rückmeldungen sind unglaublich wichtig! Sie motivieren, korrigieren oder justieren. Besonders jüngere Kinder brauchen noch mehr Unterstützung, Anleitung und Kontrolle:

  • Versuchen Sie beim Helfen nicht zu viel vorzugeben.
  • Lassen Sie das Kind zunächst versuchen Fehler selbst zu finden.
  • Sagen Sie, was gut läuft und wo Verbesserungen nötig sind.
  • Loben Sie! Gerne auch auf kreative Art z.B. mit Aufklebern, einem aktiven Spiel, einem gesunden Snack, einer Rätselseite/Knobelaufgabe/Fehlersuchbild etc.

Scheuen Sie bei offenen Fragen auch nicht davor zurück die Lehrkräfte zu kontaktieren!

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind eine tägliche Dokumentation seiner Lernprozesse, bei jüngeren Kindern bspw. in Form von Bildern, bei älteren Kindern mit einem Lerntagebuch. So behalten Sie und Ihr Kind den Überblick und die Fortschritte können entsprechend gewürdigt werden.
Wie hat das Lernen heute geklappt, was lief gut, was weniger gut und warum? Wo sollten Anpassungen vorgenommen werden? Was kann das Kind dazu beitragen, dass das Lernen noch besser, effektiver und motivierender wird?
Für manche Kinder kann es schwer sein, sich von nahestehenden Personen wie den Eltern etwas sagen zu lassen. Externe Autoritätspersonen wie Lehrer haben es da leichter. In solchen Fällen leidet oft die Beziehung zwischen Eltern(-teil) und Kind und das führt wiederum zu Spannungen innerhalb der Familie. Bleiben Sie entspannt und vergessen Sie nicht, dass die Beziehung zu Ihrem Kind wichtiger ist als der Schulerfolg! Achten Sie auf eine positive Atmosphäre und planen Sie bewusst auch Aktivitäten, die Spaß machen. Homeschooling an sich bedeutet eigentlich Lernen aus dem Alltag heraus, die Neugierde der Kinder aufgreifen und spontan Wissensinhalte vermitteln. Dadurch beinhaltet das ursprüngliche Homeschooling automatisch viel mehr Projektcharakter und Spaßelemente und es geht weniger um Wochenpläne abarbeiten und Arbeitsblätter ausfüllen. Regulär hätten die Kinder in der Schule ihre Projekte und Aktionen. Versuchen Sie so gut es geht, solche Elemente in Ihren Alltag zu integrieren und Sie werden sehen, dass Homeschooling allen gleich viel mehr Spaß macht.

a. Material fürs Lernen zu Hause:

b. Von Lehrkräften erstellte Lernvideos:

c. Weitere Lernvideos:

d. Plattformen für Hilfestellungen/Lernunterstützung:

e. Heimschule Plus

Die Gemeindeschule Bogenhofen bietet ab September das Schulmodell Heimschule plus an. Hier können Kinder im Alter von 10 – 14 Jahren in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch als reguläre Online-Schüler*innen in der Mittelschule Bogenhofen aufgenommen werden. Alle weiteren Details sowie Infos zu den Kosten finden sich hier: https://www.privatschule-bogenhofen.at/heimschule_plus/


f. Apps:

g. Links zu Online-Spielen/Quizzen:

h. Ideen zur Beschäftigung von jüngeren Geschwisterkindern

i. Weitere Anregungen: